Reflux Operation

Reflux Operation

Wenn die Reflux-Therapie mit Medikamenten versagt oder Nebenwirkungen auftreten und der Patient nicht ein Leben lang Medikamente einnehmen will, muß eine Reflux-OP. durchgeführt werden.

Wann muss operiert werden?

Eine Operation ist erforderlich, wenn:

  • Die Therapie mit Medikamenten versagt
  • Nebenwirkungen der Medikamente auftreten
  • Der Patien nicht lebenslang Medikamente nehmen will

Untersuchungen vor der OP

Um die Schleimhaut der Speiseröhre zu beurteilen, wird der Arzt eine Spiegelung (Gastroskopie) der Speiseröhre und des Magens durchführen. Zur Beurteilung des mangelhaften Verschlußmechanismus am Mageneingang wird eine Röntgenuntersuchung der Speiseröhre ( Gastroschluck) sowie eine Druckmessung ( Manometrie) im unteren Abschnitt der Speiseröhre durchgeführt. Der Säuregehalt in der Speiseröhre kann über eine Sonde über 24 Stunden gemessen werden ( pH-Metrie) . Dies sind Untersuchungen, die auch vor einer Operation notwendig sind.

Was genau passiert bei einer Reflux-OP?

Ziel der Operation ist die Beschwerdefreiheit, die Heilung der Schleimhautentzündung und anderer Komplikationen sowie die Vorbeugung von Langzeitkomplikationen und Rezidiven. Es stehen verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung. Voraussetzungen für die Entscheidung, welche Methode für welchen Patienten angewendet wird, sind folgende Untersuchungen:

  • Röntgen der Speiseröhre (Gastroschluck)
  • Magenspiegelung (Gastroskopie)
  • Messung des Säureverhaltens des Magens und der Speiseröhre (pH-Metrie)
  • Druckmessung am Übergang der Speiseröhre zum Magen (Manometrie).

Das chirurgische Konzept besteht zum einen in der Beseitigung des Zwerchfellbruches sowie in der chirurgischen Wiederherstellung des Verschlußmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen. In unserem Haus sind wir auf minimal-invasive Technik spezialisiert. Ein großer Bauchschnitt ist nicht erforderlich. Die Operation dauert 1-2 Stunden. Ein kleiner Teil des Magens wird als Halb- oder Vollmanschette um den unteren Teil der Speiseröhre geschlungen. Diese Operation heißt Fundoplicatio. Dadurch wird der Verschluß am Übergang von Speiseröhre zu Magen wiederhergestellt und ein Reflux verhindert. In einem zweiten Schritt erfolgt der Verschluß der Zwerchfell-Lücke mittels Naht. Zur Sicherung der Naht wird ein kleines Kunststoffnetz vor die ehemalige Bruchlücke gelegt.

Wie und was wird operiert?

Bei der Operation wird zunächst in Vollnarkose eine kleine Röhre über die Bauchdecke in die Bauchhöhle gebracht. Dann wird die Bauchhöhle mit CO2-Gas aufgefüllt, damit die Bauchdecke sich von den Organen abhebt. Nun werden zwei bis drei weitere kleine Röhren (5 mm Durchmesser) durch die Bauchdecke in die Bauchdecke eingeführt, über die dann Instrumente in die Bauchhöhle eingeführt werden können, mit denen dann die Operation durchgeführt wird. Bei der Operation wird der Magen aus seinen Umgebungsverklebungen gelöst und die Speiseröhre wird aus dem Übergang durch das Zwerchfell freigelegt.

Hier findet man in der Regel auch den oft vorhandenen Zwerchfellbruch, der gleichzeitig beseitigt wird. Dann wird der Zwerchfelldurchtritt der Speiseröhre durch Nähte eingeengt und anschließend eine Magenmanschette  durchgeführt. Hierzu wird ein Teil des oberen Magens hinter der Speiseröhre hergezogen und vor der Speiseröhre wieder an derselben vernäht. Dieses Manöver ähnelt der Bildung eines Hemdskragen. Hierbei gibt es zwei Varianten, je nach dem ob die Magenanteile vor der Speiseröhre komplett verschlossen werden oder ob eine Lücke an der vorderen Speiseröhre belassen wird. Etwas einfacher ausgedrückt könnte man sagen, es gibt eine Operationsvariante, bei der „der oberste Knopf des Hemdskragen geschlossen wird“ und eine andere Variante, bei der „Hemdskragen offen gelassen wird“. Diese Magenmanschette funktioniert dann ähnlich einem Rückschlagventil, d. h. wenn Sekrete in Richtung Speiseröhre zurückfließen, wird durch den erhöhten Druck im Magen das Ventil geschlossen und der Rückfluß verhindert.

Das Ziel der Operation ist die Wiederherstellung eines funktionierenden Verschlusses am Übergang der Speiseröhre zum Magen zur dauerhaften Verhinderung eines Refluxes. Gleichzeitig wird die erweiterte Durchtrittslücke der Speiseröhre durch das Zwerchfell auf das normale Maß eingeengt.

Verlauf nach einer Reflux Operation

Am 1. postoperativen Tag erfolgt der Kostaufbau mit flüssiger Kost. Bereits am 2. Tag nach der Operation können Sie wieder normale Speisen zu sich nehmen. Zwischen dem 5. und 7. Tag erfolgt die Entlassung. Die Fäden können von Ihrem Hausarzt entfernt werden. Sie profitieren von den Vorteilen der minimal-invasiven Therapie wie kleinere Operationswunden, geringeres Infektionsrisiko und schnellere Erholung nach kürzerem Aufenthalt im Krankenhaus.

Häufige Fragen zur Reflux Operation

Welche speziellen Untersuchungen sind vor einer Operation notwendig?

Vor der Operation ist eine Untersuchung der Muskelfunktion der Speiseröhre (Ösophagusmanometrie) sowie eine Messung des sauren Rückflusses über 24 Stunden (ph-Metrie) erforderlich. Außerdem ist zur Planung der Operation eine Röntgendarstellung des Schluckaktes notwendig.

Ist eine Eigenblutspende vor der Operation sinnvoll?

Nein. Erfahrungsgemäß ist eine Blutübertragung nicht erforderlich.

Was muß ich mitbringen?

Alle üblichen Toilettenartikel und Wechselkleidung wir für einen Kurzurlaub.

Wie lange muß ich im Krankenhaus bleiben?

Im Normalfall dauert der stationäre Krankenhausaufenthalt ca. 3 – 5 Tage.

Wie lange dauert die Operation?

Die Operation in Vollnarkose dauert ca. 1- 2 Stunden.

Was darf ich essen, wie darf ich mich belasten?

Nach der Operation sollten Sie darauf achten langsam zu essen, kleine Bissen gut durchzukauen und zum Essen etwas zu trinken.

Wann darf ich wieder Sport treiben?

Nach Entfernung des Nahtmaterials können Sie sich wieder wie gewohnt belasten und alles essen, ohne dass es zu Sodbrennen kommt. Sie können auch wieder in jeder Position flach liegen

Kann man nach einer OP ganz auf Tabletten verzichten?

Die operative Behandlung des Sodbrennens hat sich in den letzten 10 Jahren deutlich verbessert. Heute werden nahezu alle Operationen minimal invasiv, d. h. ohne große Leibschnitte, durchgeführt. Das bedeutet für den Patienten weniger Schmerzen, deutlich bessere kosmetische Ergebnisse, kurze Krankenhausaufenthalte von etwa drei bis fünf Tagen und einen schnelleren Wiedereintritt in das normale Leben. Darüber hinaus können diese Operationen heute deutlich präziser durchgeführt werden, weil bei den Operationen alle Operationsschritte über eine sog. Videooptik, die einen Vergrößerungsfaktor von 2 bis 10 hat, durchgeführt werden.

Komplikationen sind bei solchen Operationen sehr selten. Die meisten Patienten können nach einer Operation über eine sehr lange Zeit komplett auf Tabletten verzichten und gewinnen darüber hinaus ein hohes Maß an Lebensqualität zurück, weil sie wieder ohne Beschwerden alle Dinge essen und trinken können und insbesondere auch wieder flach schlafen können und sportlicher Betätigung oder anderer körperlicher Belastung nachkommen können.

Kann man  Operation gegen Sodbrennen auch ambulant machen lassen?

Nein, das macht wenig Sinn. Obwohl die Operation in der Regel minimal invasiv durchgeführt wird, wird doch unterhalb der Bauchdecke eine „große“ Operation gemacht, die auch nur in Vollnarkose möglich ist. Wir können heute den Krankenhausaufenthalt auf ein Minimum beschränken aber ambulant macht diese Operation keinen Sinn, weil natürlich auch nach der Operation eine Überwachung nötig ist und in den ersten zwei Tagen eine Schmerzbehandlung erfolgen sollte.

Warum muß vor der Operation noch eine Spiegelung gemacht werden?

Vor einer Operation muß nicht unbedingt eine Spiegelung gemacht werden, wenn die letzte Spiegelung nicht länger als drei Monate zurückliegt und wenn bei mindestens einer Spiegelung im Verlauf des letzten Jahres eine Gewebeprobe entnommen wurde.

Wann ist der Punkt gekommen, wo man aufhören sollte mit Medikamenten und eine Operation sinnvoll ist?

Wir wissen heute, daß über eine lange Zeit gesehen die Menge der Medikamente, die zur Erreichung einer Beschwerdefreiheit bei Sodbrennen erforderlich ist, oft steigen kann. Manchmal ist auch der Wechsel auf ein anderes Medikament erforderlich. Wann nun der Zeitpunkt gekommen ist, über eine Operation nachzudenken, entscheiden letztendlich auch Sie.

 

Weiterführende Links und Quellen:

Wichtiger Hinweis:

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