Magengeschwür (Ulcus ventriculi)

Magengeschwür

Ein Magengeschwür entsteht, wenn die Magenschleimhaut erkrankt oder verletzt ist. Dabei bereitet die eigene Magensäure durch ihre aggressiven Charaktereigenschaften die Probleme. Aber sie muss so geschaffen sein, denn sie ist ja ursächlich dafür verantwortlich, die festen Nahrungsbestandteile zu zersetzen

Magengeschwür und Sodbrennen: Die Ernährung im Fokus der Therapie

Um die Aggressivität dieser Magensäure in Schach zu halten, hat der Magen ein Regulierungssystem installiert, dass ihn vor der Magensäure schützt. Gerät diese Balance allerdings aus dem Gleichgewicht, findet die Magensäure keine Barriere mehr und kann die Magenschleimhaut angreifen. Neben häufig auftretendem Sodbrennen greift die Säure auch die Magenschleimhäute an. Lässt man diesen Prozess dann ohne Gegenreaktion laufen, kann es zu einem Magengeschwür kommen. Oftmals wird das Geschwür auch im ersten Abschnitt des Dünndarms lokalisiert, dann spricht man statt von einem Magengeschwür von einem Zwölffingerdarmgeschwür. Mit Magengeschwüren sollte man nicht spaßen, man sollte sie auf jeden Fall ernst nehmen. Denn sie können sogar das Leben bedrohen. Magendurchbruch und Magenkrebs kommen als Ursache für lange unbehandelte Magengeschwüre durchaus in Frage.

Welche Ursachen kommen für ein Magengeschwür in Frage?

Bis in die Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde davon ausgegangen, dass eine Übersäuerung des Magens aufgrund von Stress und falscher Ernährung die Hauptursache für ein Magengeschwür ist. Man konnte ja auch nicht ahnen, dass es ein Bakterium wirklich schaffen konnte, sich der ätzenden Wirkung der Salzsäure im Magen zu widersetzen. Erst Mitte der achtziger Jahre wurde das Helicobacter-Bakterium entdeckt und in Verbindung mit einem Magengeschwür gebracht. Eine automatische Kopplung besteht aber nicht. Alkohol, Nikotin und Stress können genauso gut dafür sorgen, dass die Magenschleimhaut in Mitleidenschaft gezogen wird und sich daraus ein Magengeschwür bildet. Alkohol und Nikotin sind überhaupt große Feinde des Körpers, denn ihre schädliche Wirkung weitet sich über viel Organe hinweg negativ aus.

So erkennt der Arzt ein Magengeschwür

Die sicherste Untersuchungsmethode, um ein Magengeschwür als solches zu diagnostizieren, ist zweifelsfrei die Magenspiegelung, auch Gastroskopie genannt. Dazu wird ein Schlauch mit Kamera über den Rachen des Patienten in den Magen geführt. Die Bilder werden auf einen Monitor übertragen und geben dem Arzt alle notwendigen Informationen. Zusätzlich können auch mithilfe dieses Schlauchs Gewebeproben entnommen werden. Damit kann ein mögliches Helicobacter-Bakterium entdeckt werden, aber auch ein Magenkrebs ausgeschlossen werden. Dem unguten Gefühl beim Schlauch schlucken kann mit beruhigenden Medikamenten entgegengewirkt werden.

Ernährungstherapie: Das sollte man beachten

Zur Behandlung von Magengeschwüren spielt die Ernährungstherapie eine große und oftmals entscheidende Rolle. Denn sie muss umgestellt werden. Dabei ist diese Umstellung nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gar nicht so schwer und gravierend. Der Grundtenor lautet, der Patient kann alles essen, was er persönlich verträgt. Konkret definiert sich die Ernährung nach einem Magengeschwür oder einem Zwölffingerdarmgeschwür als leichte Vollkost.

Die früher verordnete ballaststoffarme Ernährung ist heute hinfällig. Lediglich auf zu viel Kaffee sowie scharfe Speisen und Gewürze sollte gerade bei neu entdeckten Geschwüren verzichtet werden. Alkohol und Nikotin gehören hier ebenfalls nicht zu den hilfreichen Begleitern. Vollkornprodute, Kartoffeln und Gemüse sind als Ballaststoffkönige also nicht mehr tabu, sie sind sogar nützlich, um Rückfälle zu verhindern. Darauf achten kann man aber, dass man mit ihnen an Abend etwas sparsamer umgeht als am Mittag.

Weiterführende Links und Quellen:

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