Sodbrennen

 

Sodbrennen

Ungefähr ein Viertel der Menschen in den westlichen Ländern sei mindestens einmal im Monat von ständigen Sodbrennen oder ähnlichen Beschwerden betroffen. Meistens hört es in Kürze wieder auf. Doch was tun, wenn die Beschwerden anhalten? Wie können Sie sich selbst helfen? Wann müssen Sie zum Arzt? Mit diesen und anderen wichtigen Fragen befassen wir uns auf dieser Webseite. Hier finden Sie alle nützlichen Informationen und Tipps zum Thema Sodbrennen und zur Behandlung der Beschwerden.

Was ist eigentlich Sodbrennen?

Sodbrennen ist das Gefühl des aufsteigenden Schmerzes in der Magengrube und hinter dem Brustbein. Der Schmerz kann bis in den Hals und sogar in den Rachen steigen. Die Magensäure kann dem Magen nichts anhaben, doch der Speiseröhre schon und genau hier entsteht das Problem. Wenn die Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt, entsteht Sodbrennen. Eigentlich sollte das von verschiedenen Muskelgruppen verhindert werden, doch wenn der Schließmuskel gestört oder geschwächt ist, kann der Mageninhalt wieder in die Speiseröhre zurückgelangen.

Wenn Sie solche Beschwerden nur ab und zu haben, ist es meistens nur eine harmlose Überreaktion Ihres Magens. Dafür kann es viele Ursachen geben. Sollte Sie allerdings öfters solche Magenbeschwerden haben oder sogar nach jeder Mahlzeit, empfehlen wir Ihnen eine umfassende ärztliche Untersuchung.

Wie Sie Sodbrennen an den Symptomen erkennen

Streng genommen ist Sodbrennen keine richtige Krankheit, sondern ein Symptom. Viele Deutsche leiden unter dem lästigen Aufsteigen der Magensäure in die Speiseröhre. Trotz der Häufigkeit von Sodbrennen wissen viele Menschen nicht, dass sie gerade darunter leiden.

Die häufigsten Symptome in Übersicht:

  • erschwertes Schlucken
  • saures Aufstoßen
  • Kloß im Hals
  • Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Beschwerden nach dem Essen, Alkoholkonsum, Bücken und Liegen
  • Völlegefühl
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Husten

Ursachen für Sodbrennen

Es gibt zahlreiche Ursachen für Sodbrennen. Es folgt eine Übersicht der verschiedenen Faktoren, die die lästigen Beschwerden wie Aufstoßen und Magendruck begünstigen können:

  • Der Schließmuskel der Speiseröhre ist geschwächt

Der Schließmuskel, sogenannter Sphinkter, liegt zwischen der Speiseröhre und dem Magen. Er verhält sich wie ein Ventil und verhindert beim gesunden Menschen, dass der Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt, d.h. er verhindert Sodbrennen.

Den größten Einfluss auf die Schwächung des Schließmuskels haben folgende Faktoren:

    • fettreiche Nahrung – nach dem Verzehr vom fettreichen Speisen wird mehr Magensäure produziert als üblich, was der Schließmuskel nicht standhält
    • Übergewicht – das Gewicht drückt auf den Schließmuskel, was zum Sodbrennen führt
    • Alkohol und Nikotin
    • Medikamente – bestimmte Medikamente wie Schmerzmittel oder die Pille können zu Sodbrennen führen
    • Stress – die Nahrung wird durch Stress im Magen langsamer verarbeitet, d.h. sie bleibt länger drin, was mehr Druck auf den Schließmuskel ausübt und Sodbrennen verursacht
    • Schwangerschaft – durch die Gebärmutter wird mehr Druck auf den Magen ausgeübt
  • Magensäure

Manche Menschen produzieren zu viel Magensäure, was Sodbrennen verursacht. Die Magenschleimhaut ist zwar durch spezielle Schleimstoffe geschützt – diese können nur durch die Zellen im Magen gebildet werden – aber die Speiseröhre ist der aufsteigenden Magensäure schutzlos ausgeliefert. Das führt dann unweigerlich zu Sodbrennen.

  • Schwache Selbstreinigungskraft der Speiseröhre

Die Speiseröhre, auch Muskelschlauch genannt, hat Muskelzellen, die durch eine wellenförmige Bewegung aufsteigende Magensäure nach unten in den Magen zurückdrängen. Diese Funktion der Speiseröhre wird als Selbstreinigungskraft genannt. Sodbrennen wird auch dann ausgelöst, wenn die Speiseröhre diese Funktion nicht mehr vollständig erfüllen kann.

  • Hiatus-Hernie oder Bruch im Zwerchfell

Das Zwerchfell ist eine Verbindung zwischen der Speiseröhre, dem Bauchraum und dem Magen d.h. die Speiseröhre geht durch eine Öffnung im Zwerchfell in den Bauchraum und dann in den Magen. Wenn es zu einem Zwerchfellbruch kommt, wird die Funktion des Speiseröhren-Schließmuskels gestört und Sodbrennen tritt auf.

Wie können Sie dem Feuer in der Speiseröhre vorbeugen?

In den meisten Fällen kann schon eine Ernährungsumstellung und das Vermeiden von Stress hilfreich sein.

Wir haben dazu auch einige Tipps für Sie vorbereitet:

  • Nachts nicht zu spät essen

Wer kennt das nicht? Man kommt spät nach Hause und dann kommt der Heißhunger. Oder nach dem Abendessen ist man noch voll, aber trotzdem gibt es noch einen Nachschlag und vielleicht noch ein Glas Wein dazu. Wenn Sie so etwas ab und zu machen, ist es nicht so schlimm. Allerdings erhöhen Abende wie diese das Risiko für Sodbrennen enorm, denn nachts steigt der Mageninhalt in die Speiseröhre und greift die Schleimhaut an. Essen Sie zu Abend mindestens 3 Stunden vor dem Schlafengehen, denn so ist der Magen fertig mit seiner Arbeit, bevor Sie sich ins Bett legen.

  • Auf den Lebensstil achten

Meistens ist der eigene Lebensstil die Ursache für Sodbrennen. Wenn Sie also dem Sodbrennen vorbeugen möchten, trinken Sie beispielsweise weniger Alkohol oder Kaffee als sonst und hören Sie mit dem Rauchen auf. Achten Sie auf Ihre Essgewohnheiten, vermeiden Sie Stress und bauen Sie Übergewicht ab.

  • Auf bestimmte Lebensmittel verzichten

Fettreiches Essen kann zu Sodbrennen führen, da Fette die Verdauung sehr belasten. Genauso ist es mit Süßem: Der Magen produziert mehr Säure, weil Zucker die Verdauung enorm belastet. Alkoholische und kohlensäurehaltige Getränke reizen bzw. blähen den Magen auf. Ähnlich verhält es sich mit Kaffee. Steigen Sie auf Kaffeespezialitäten um, die weniger Kaffesäure erhalten, z.B. Espresso. Scharfe Gerichte mit viel Pfeffer und Chili können ebenfalls solche Beschwerden auslösen. Sogar sehr säurehaltiges Obst, insbesondere Zitrusfrüchte, sollten Sie nur in bestimmten Mengen zu sich nehmen.

  • Auf üppige Mahlzeiten verzichten

Um den Magen zu entlasten, essen Sie lieber kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt. Auf diese Art produziert der Magen weniger Magensäure.

  • Beim Schlafen auf die Position achten

Auch beim Schlafen können Sie Sodbrennen vorbeugen. Finden Sie eine Möglichkeit den Oberkörper etwas höher zu halten, damit der Magensaft nicht aufsteigen kann. Ein weiterer Tipp wäre, mehr auf der linken Seite zu schlafen.

  • Mit mehr Bewegung gegen Sodbrennen

Sport hat mehrere Vorteile im Kampf gegen diese lästigen Beschwerden. Zum einen hat Bewegung einen positiven Einfluss auf die Verdauung, zum anderen wird mit Sport das Übergewicht reduziert. Außerdem hat Sport eine entspannende Wirkung und hilft so gegen Stress, der ebenfalls eine Ursache für Sodbrennen sein kann.

Sodbrennen durch Stress – unterschätzen Sie diesen Faktor nicht

Zwar ist ungesunde und unausgewogene Ernährung die Hauptursache für Sodbrennen, aber oft kann auch psychische Belastung der Grund für die Überproduktion von Magensäure sein. Wenn die Untersuchungen keine Veränderungen bestätigen, kann es durchaus sein, dass die Ursache für Ihr Sodbrennen Stress ist. Stress ist sehr ungesund für den ganzen Körper, doch besonders für den Magen. Das liegt vor allem an den Stresshormonen Cortisol und Adrenalin.

Also heißt es dann, Stress zu vermeiden. Doch leichter gesagt als getan. Vor allem berufsbedingten Stress zu vermeiden, ist nahezu unmöglich. Was Sie aber tun können, ist den Stress abzubauen. Wie Sie das machen, hängt von Ihren Vorlieben ab. Versuchen Sie es mit Sport, Wellness, Yoga oder was auch immer Sie entspannt.

Sie müssen einen Weg finden, herunterzufahren und Ihre Gedanken fließen zu lassen. Yoga oder Pilates eignen sich wunderbar dafür, denn hier werden besondere Atemtechniken eingesetzt. Mit progressiver Muskelentspannung und autogenem Training können Sie ebenfalls  entspannen und abschalten. Ein weiterer Tipp ist die Wellness, bei der Sie Ihren Körper zur Ruhe kommen lassen können. Wenn der Körper entspannt, erreicht man normalerweise auch psychische Entspannung. Ein guttuendes Bad können Sie auch zu Hause nehmen, falls Sie keine Lust haben, Ihr Haus zu verlassen.

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Zu Sodbrennen in der Schwangerschaft gehört neben Übelkeit, Müdigkeit und Heißhunger ebenfalls zu den häufigsten Schwangerschaftsanzeichen. Obwohl es auch in den ersten Wochen der Schwangerschaft der werdenden Mutter zusetzen kann, klagt ein Großteil der Schwangeren auch im letzten Drittel der Schwangerschaft darüber.

In der Schwangerschaft ist Sodbrennen so üblich, weil zum einen der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre schlaffer wird. Deshalb kommt es oft zu einem Rückfluss der Magensäure. Zum anderen drückt das Baby auf den Magen, was wiederum die Magensäure nach oben drückt. Schwangere leiden allerdings nur phasenweise darunter und obwohl es durchaus unangenehm sein kann, stellen diese Beschwerden keine Gefahr für das Baby dar. Natürlich müssen sich werdende Mütter beim Arzt melden, sollten die Beschwerden sehr stark sein.

Tipps gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft

Halten Sie sich an die folgenden Regeln, wenn Sie in der Schwangerschaft an Sodbrennen leiden:

  • Legen Sie sich nach dem Essen nicht hin, sondern bewegen Sie sich und bleiben Sie aufrecht.
  • Achten Sie darauf, dass die Lebensmittel, die Sie einnehmen, nicht säurehaltig sind.
  • Legen Sie sich beim Schlafen so hin, dass der Oberkörper etwas höher liegt.
  • Verzichten Sie auf schwere Speisen, vor allem vor dem Schlafengehen.
  • Nehmen Sie eiweißreiche Speisen und Milchprodukte zu sich.
  • Kauen Sie Kaugummi.
  • Gehen Sie täglich spazieren.

Behandlungsmöglichkeiten bei Sodbrennen

Oft auftretendes Sodbrennen kann zu ernsthaften Erkrankungen führen, aber auch gelegentliche Beschwerden können Einfluss auf die Lebensqualität haben. Aus diesem Grund sollten Sie sich unbedingt rechtzeitig behandeln lassen. Oftmals helfen aber auch Hausmittel oder rezeptfreie Medikamente.

Natürlich hängt die Behandlung von den Ursachen und der Schwere der Beschwerden ab. Wenn es sich um gelegentliches Sodbrennen handelt, reichen oft Ernährungsumstellung oder Stressminderung durch Meditation oder Training aus. Sie sollten bestimmte fett- und/oder zuckerhaltige Nahrungsmittel meiden, andererseits stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffeln, trockenes Weißbrot oder Bananen öfter zu sich nehmen. Diese können nämlich Magensäure binden. Milch und ungesalzene, gut zerkaute Nüsse neutralisieren die Verdauungssäfte. Ähnliche Wirkungen haben auch ungezuckerte, trockene Haferflocken und Heilerde.

Ein Klassiker unter den Hausmitteln im Kampf gegen Sodbrennen ist das Soda, doch beim Natron ist Vorsicht geboten. Natron neutralisiert zwar die Magensäure, kann aber unangenehme Nebenwirkungen haben. In Verbindung mit Flüssigkeit bildet das Hausmittel Natron nämlich Blasen, was Blähungen und Bauchschmerzen zur Folge haben kann.

Erfolgreiche Behandlung mit altbewährten Hausmitteln?

Es gibt viele Methoden, um den Rückfluss der Magensäure zu bekämpfen. Die meisten Betroffenen greifen zunächst zu rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke – die Auswahl ist wirklich groß. Einige entscheiden sich für den Arztbesuch und rezeptpflichtige Arzneimittel, jedoch sind in der Behandlung auch die guten altbewährten Hausmittel nicht zu unterschätzen. Vorweg muss aber gesagt werden, dass die Behandlungsspanne hier besonders groß ist. Was dem einen Betroffenen hilft, könnte allerdings bei dem anderen die Beschwerden verschlimmern oder sogar auslösen. Deshalb ist hinsichtlich der Behandlung mit Hausmitteln Vorsicht geboten.

Generell gilt es, dass basische Lebensmittel eine relativ sichere Methode im Kampf gegen das Aufsteigen der Magensäure sind.

Es folgen nun einige Tipps zur Ernährung und Hausmitteln, die gegen Sodbrennen helfen können:

  • Rohes und ungekochtes Essen kann hilfreich sein.
  • Bei Obst müssen Sie genau darauf achten, ob es säurearme oder säurereiche Obstsorten sind. Nur säurearme Früchte wie Äpfel, Bananen, Aprikosen, Birnen, Mango, Pflaumen, Wassermelone, Pfirsiche oder Erdbeeren wirken der Übersäuerung entgegen. Vermeiden Sie Grapefruit, Kiwi, Ananas, Orangen, Zitronen und Sauerkirschen.
  • Bleiben Sie beim Gemüse bei den grünen Sorten wie Grünkohl, Gurten und Kartoffeln und meiden Sie rote und gelbe Sorten, denn diese enthalten mehr Säure.
  • Sie sollten generell viel trinken. Auf diese Weise wird die Magensäure aus der Speiseröhre weggespült. Doch nicht jede Flüssigkeit ist hilfreich.
  • Kamillen- und Melissetee, aber auch die Heilkräuter Anis, Kümmel, Fenchel und Schafgabe sind bei Sodbrennen besonders zu empfehlen. Trinken Sie eine frisch zubereitete Tasse vor dem Schlafengehen.
  • Alkohol, Kaffee und Kohlensäure reizen den Magen nur noch mehr und sind deshalb zu vermeiden.
  • Manche Betroffene berichten über eine Linderung der Beschwerden bei Milch- und Joghurtdrinks, andere dagegen klagen über eine Verschlechterung. Milchprodukte enthalten aber Milchsäure und sollten daher lieber gemieden werden.
  • Nüsse, Samen und Kerne gehören auch zu den wirkungsvollen Lebensmitteln, weil sie die überschüssige Magensäure binden. Eingeweichte Lein- und Flohsamen, Sonnenblumen- und Kürbiskerne eignen sich besonders gut. Von den Nüssen sind Haselnüsse, Mandeln und Cashewnüsse besonders zu empfehlen. Diese Lebensmittel verhindern auch Verstopfung, die indirekt zu Sodbrennen führen kann. Erdnüsse sollten Sie allerdings vermeiden, da sie die Produktion der Säure fördern.
  • Kieselerde und Heilerde können behilflich sein. Sie finden sie in Form von Pulver, das Sie mit Wasser einnehmen oder es im Mund zergehen lassen können. Wenn Ihnen das zu umständlich ist, gibt es das Pulver in Form von Kapseln oder sogar als Lutschtabletten.

Sodbrennen – wann unbedingt zum Arzt?

Sie kennen das Gefühl sicher: Kaum haben Sie schön gegessen, kommt schon das saure Aufstoßen. Etwa jeder Dritte hat ab und zu Sodbrennen. Die anfangs vorläufigen Beschwerden kommen Ihnen vielleicht harmlos vor, doch Sodbrennen kann in bestimmten Fällen zu ernsthaften Krankheiten führen. Deshalb gibt es gewisse Umstände, wenn Sie sich lieber von einem Profi behandeln lassen sollten. Ab zweimal pro Woche sprechen die Ärzte von einer Refluxkrankheit. Wer also regelmäßig jede Woche unter Sodbrennen leidet, sollte zum Arzt gehen.

Vor allem betroffene Männer ab einem Alter von 50 Jahren sollten unbedingt eine Magenspiegelung machen, denn etwa 80% der Speiseröhrenkrebserkrankungen entfallen auf diese Kategorie. Weitere Gründe für eine Magenspiegelung sind Bluterbrechen, Blutarmut, unerklärlicher Gewichtsverlust oder Schluckbeschwerden. Bei Schmerzen in der Brust sollten Sie sich allerdings erst einmal von einem Herzspezialisten untersuchen lassen.

Mit der Dauer der Beschwerden steigt das Risiko einer Speiseröhrenkrebserkrankung, den chronisch entzündete Schleimhaut verändert sich als Schutz gegen die Säure. Die Plattenzellschicht wird nämlich zum widerstandsfähigem Deckgewebe, was entarten und das Krebsrisiko erhöhen kann. Allerdings müssen wir an dieser Stelle betonen, dass mehr als die Hälfte der Speiseröhrenkrebserkrankten nicht unter Sodbrennen litten. Dauerhaftes Sodbrennen bedeutet nicht automatisch, dass man an Speiseröhrenkrebs erkranken wird.

Das Krebsrisiko ist sehr gering, wenn bei der sogenannten Barret-Schleimhaut noch keine entarteten Zellen vorhanden sind. Es genügt, alle drei bis vier Jahre eine Magenspiegelung machen zu lassen. Sollten aber entartete Zellen vorliegen, muss man mindestens einmal pro Jahr zur Kontrolle. Eine starke Entartung allerdings erhöht das Krebsrisiko enorm, deshalb ist eine Entfernung der veränderten Schleimhaut ratsam. Gesunde Schleimhaut wächst nach der OP nach. Um dem Ganzen vorzubeugen, sollten Sie Ihr Sodbrennen rechtzeitig und konsequent behandeln lassen. Zunächst gibt es rezeptfreie säurebindende Medikamente in der Apotheke. Wenn diese nicht helfen, lassen Sie sich von Ihrem Arzt etwas verschreiben.

Die typischen Ursachen für Sodbrennen sind Übergewicht, Rauchen, Alkohol und übermäßiges Essen. Allerdings gibt es auch Fälle, bei denen sich die Ursachen nicht auf die üblichen Übeltäter zurückführen lassen. Dann lässt sich Sodbrennen auch nicht mit dem Säurehemmer behandeln. Der Patient hat zwar Beschwerden, aber endoskopisch sind keine Veränderungen festzustellen. Es wird vermutet, dass hier eine Reaktion auf Stress vorliegt, weshalb mit Antidepressiva dagegen gewirkt wird.

Diagnose Sodbrennen – was bei der Untersuchung auf Sie zukommt

Sollten Sie manchmal unter Sodbrennen leiden, ist es nichts Ungewöhnliches und Sie brauchen sich weiter keine Sorgen zu machen. Allerdings müssen Sie die Symptome von einem Arzt abklären lassen, wenn die Beschwerden öfter auftreten. Nur ein Arzt kann den Ursachen auf den Grund gehen und Sie bei Bedarf behandeln.

Basisuntersuchung

Der Arzt wird zuerst eine sogenannte Basisuntersuchung machen, d.h. Sie werden verschiedene Fragen zu Ihrer persönlichen Krankengeschichte und zu den Beschwerden gestellt bekommen, wie z. B.:

  • wie lange und wie oft Sie die Beschwerden haben
  • wie Ihre Essgewohnheiten aussehen
  • ob die Beschwerden nach dem Essen oder sonstigen Aktivitäten auftreten
  • ob Sie regelmäßig Medikamente nehmen und welche
  • ob und in welchem Maße Sie Alkohol, Nikotin und Kaffee konsumieren

Körperliche Untersuchung

Nach der Basisuntersuchung bzw. den Fragen kommt die körperliche Untersuchung. Die körperliche Untersuchung beginnt mit einem Blick in den Rachen, um zu erkennen, ob der Rachen gerötet und die Zunge belegt ist. Da manche Krankheiten wie z.B. Herzerkrankungen ähnliche Symptome haben können, muss der Arzt durch Untersuchungen und Nachfragen diese ausschließen.

Zu den wichtigsten Untersuchungen gehört eine Spiegelung der Speiseröhre und des Magens. Mit einer Speiseröhrenspiegelung kann der Arzt feststellen, ob und inwiefern die Speiseröhre geschädigt ist. Meistens wird gleichzeitig eine Magenspiegelung oder eine Spiegelung des oberen Verdauungstraktes durchgeführt. Auf diese Weise verschafft sich der Arzt einen Überblick über den Zustand der Speiseröhre, der Schleimhaut und des Schließmuskels.

Langzeit-pH-Metrie

Sollte eine Spiegelung keine Veränderungen zeigen, werden weitere Untersuchungen angestellt. Üblicherweise kommt dann die Langzeit-pH-Metrie zum Einsatz, mit der die Häufigkeit und Dauer des Magensaft-Rückflusses gemessen wird. Dies wird über 24 Stunden bestimmt. Zu diesem Zweck wird der pH-Wert durch eine dünne Sonde im unteren Speiseröhrendrittel gemessen. Die Säurekonzentration wird anschließend an einen elektronischen Digitalspeicher gemeldet, den Sie als Patient am Körper tragen müssen.

Wenn der Arzt trotzdem keine Diagnose sichern kann, wird in der Speiseröhre der Druck gemessen oder die Säurebelastung überprüft. Da diese Untersuchungen für die meisten Patienten unangenehm sein können, verordnen Ärzte in manchen Fällen die sogenannte probatorische Therapie vor der Spiegelung. Sie bekommen dann als Patient bestimmte Medikamente, die zur Behandlung eingesetzt werden. Wenn diese versuchsweise Behandlung die Beschwerden lindert, ist die Diagnose geklärt. Allerdings ist diese Methode zeitlich begrenzt. Sollten in Kürze keine Verbesserungen auftreten, muss der Arzt die Spiegelung durchführen.

Heilungschancen bei Sodbrennen und mögliche Folgen

Patienten, die an leichtem oder mittelschwerem Sodbrennen leiden, haben mithilfe einer Ernährungsumstellung und bestimmten Medikamenten gute Chancen auf Heilung. Da aber die größte Ursache für Sodbrennen, also die Schwächung des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre, nicht vollständig behoben werden kann, besteht immer wieder die Gefahr, dass die Krankheit wiederkehrt. Sie können allerdings die Beschwerden deutlich lindern, wenn Sie auf bestimmte Lebensmittel und Ihre Verhaltens- und Essgewohnheiten achten und diese etwas umstellen.

Eine mögliche Folgekrankheit ist eine Speiseröhrenentzündung. Dazu kommt es, wenn die Magensäure immer wieder die Speiseröhrenschleimhaut zu stark angreift. Die Speiseröhrenentzündung kann wiederum zu Geschwüren, Verengungen oder Blutungen führen.

Sodbrennen kann in den seltensten Fällen zu Speiseröhrenkrebs führen und zwar, wenn sich ein Barrett-Ösophagus bildet. Das passiert bei etwa 10% der Betroffenen. Das sogenannte Zylinderepithel ersetzt das eigentliche Gewebe. Diese Umwandlung wird Barrett-Ösophagus genannt. Trotz des äußerst geringen Risikos sollten länger anhaltende Beschwerden nicht ignoriert werden. Besonders bei dem Barrett-Ösophagus sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig.

Welche Medikamente kommen bei Sodbrennen zum Einsatz?

Sollten Sie trotz Hausmittel und Nahrungsumstellung weiterhin Sodbrennen haben, müssen Sie bestimmte Medikamente in Betracht ziehen. Manche davon sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Zu den Medikamenten gegen Sodbrennen gehören säurehemmende Mittel, Protonenpumpenhemmer und säurebindende Mittel in Form von Gel, Kautabletten oder Trinklösung. Antazida sind beispielsweise besonders gut verträglich und können nach Absprache mit dem Arzt auch in der Schwangerschaft genommen werden.

Säurehemmende Mittel blockieren die Histamin-Rezeptoren der Belegzellen und dürfen nur für eine kurze Zeit eingenommen werden, obwohl sie ebenfalls rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Zur kurzfristigen Behandlung werden auch Protonenpumpenhemmer eingesetzt. Sie wirken länger anhaltend im Vergleich zu anderen säurehemmenden Mitteln. Vorsicht: Rezeptfreie Medikamente dürfen nicht länger als vier Wochen eingenommen werden. Falls die Beschwerden länger anhalten sollten, sollten Sie sich unbedingt ärztlich beraten und behandeln lassen.

Weiterführende Links und Quellen

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